Von Wohl und Wehen des ÖP(N)V

12. Februar 2010 um 14:51 | Veröffentlicht in Leben | Hinterlasse einen Kommentar
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Heimfahrt. Wochenende (verlängert!). Weggehen. Entspannen. So sah der Plan aus.
Der Plan wurde schnell weiter verfeinert durch die Wahl des Verkehrsmittels zur Heimreise und zum Weggehen.
Die Wahl war eigentlich gar keine Wahl, da die Möglichkeiten der Fortbewegung auf langen Distanzen doch beschränkt sind: Auto (nicht vorhanden), Auto als Mitfahrer (auf meiner Strecke ist scheinbar keiner unterwegs…), Bahn.
Nun fahre ich ja schon seit einigen Monaten mehrmals im Monat mit der Bahn aus dem „Ausland“ (Bayern) gen Heimat und weiß: Eigentlich ist der Zug ganz gut… Reinsitzen, Buch oder Laptop raus, noch zweimal umsteigen und ich bin am Ziel.
Die Bahn jedoch schafft es, aus dieser eigentlich entspannten Kombination hin und wieder einen richtigen Albtraum zu machen…
Der beginnt schon in der ersten Bahnhofshalle: Ticket kaufen. Der geübte Bahnkunde mit Bahncard weiß schon, wohin er klicken muss. Die Verarbeitung der paar Daten braucht aber eeewig! Da lob ich mir den Heimatbahnhof, der wenigstens Automaten der neuesten Generation hat…
Ein Blick auf die Anzeigetafel zeigt: Die Regionalbahn zeigt keine Verspätung an, fährt jedoch „Wegen Bauabreiten heute auf Gleis 31“. Die Bauarbeiten gehen schon, solange ich auf dieser Strecke fahre, also weiß ich, wo sich das ominöse Gleis 31 befindet: Am Arsch der Welt…
Also hindackeln und rein in die Bahn, und zwar in das Abteil, wo die Tür auf Anhieb wieder zugeht und nicht noch 5 weitere Anläuft braucht…
Nächster Bahnhof. Umsteigen. Kein Ding, raus aus der Regionalbahn, das Gleis vorlaufen und 5 Minuten auf den Anschlusszug warten. Theoretisch.
Praktisch sind die 5 Minuten 15 Minuten, weil der Zug mal wieder Verspätung hat. Bei Wikipedia wird behauptet, dass ein Zug nur wenig verspätet sein darf, um den EC-Status nicht zu verlieren… Liebe DB, denkt mal drüber nach!
Durch die 10 minütige Verspätung schwindet die Umsteigezeit am nächsten Bahnhof, eine stetige Funktion mit negativer Steigung.
Alles kein Problem, immerhin ergattere ich einen Sitzplatz neben einem höflich schweigenden Wehrpflichtigen in Uniform.
Dann die Durchsage: „Leider geht eine Tür nicht zu. Wir fahren etwas später los.“
Oo…
Nachdem das Türproblem wohl behoben wurde, da der Zug losfuhr, auf halber Strecke der nächste Halt. „Störung im Betriebsablauf.“ Ahja. Genau. Hä?
Auf jeden Fall fahren wir mit 16 Minuten Verspätung weiter.
Dann die Botschaft, die über das Weiterkommen entscheidet: „In Ulm werden folgende Anschlusszüge erreicht….“ Meiner nicht.
Also 45 Minuten auf den nächsten Warten. In der zugigen Halle? Nä! Immerhin verfügt ja der Bahnhof dort über eine ausgezeichnet sortierte Buchhandlung. (Die der DB vermutlich für jeden ordentlich verspäteten Zug eine Provision zahlt, weil die Leute dann noch eher ein Buch kaufen…).
Nach langen Telefonaten (schließlich ist die Abendplanung über den Haufen geworfen) ist es endlich Zeit, in den letzten Zug zu steigen.
Noch steht auf dem Gleis aber der IRE in die Gegenrichtung. Bin ich hier richtig? Die Anzeige legt nahe, dass auch dieser Zug nicht pünktlich am Ziel ankommen wird – da er schon vor 10 Minuten hätte losfahren sollen.
Dann kommt meiner, alle rein und los? Nein, wir warten weitere 6 Minuten (oder waren es 10?) aus unerfindlichen Gründen, über die auch der knatternde Lautsprecher keinen Aufschluss gibt.
Nach einem weiteren kruzen Halt irgendwo in der Pampa sowie an diversen Unterwegsbahnhöfen komme ich endlich ans Ziel.
Naja, fast.
Zum Glück werde ich abgeholt. Denn in den Bus hätte ich wenig vertrauen an so einem Tag.
Sie haben Ihr Ziel erreicht: 1 h 15 min später…
Doch auch zum Thema Bus hätte ich an diesem Tag noch etwas zu erzählen. Aber davon ein andermal…

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